Das Pilotprojekt „BW schützt!“ – Traumatisierungen von Geflüchteten frühzeitig erkennen
Seit Oktober 2023 wird das aus Landesmitteln finanzierte Projekt „BW schützt!“ durchgeführt, um ein Programm zu erproben, das bei Geflüchteten traumatische Belastungen frühzeitig erkennt und je nach Schwere der Belastung abgestufte Hilfen anbietet.
Hierzu werden Gesundheitspatinnen und Gesundheitspaten ausgebildet und professionell unterstützt, um niedrigschwellig und kultursensibel Gesundheitsinterviews durchzuführen und in geeigneten Fällen leichter bis mittlerer Belastung unterstützende Maßnahmen der narrativen Biographiearbeit anzubieten. Bei Feststellung einer hohen traumatischen Belastung im Projekt erfolgt eine Vermittlung zur klinisch-diagnostischen Untersuchung und in die Regelsysteme.
Es findet eine enge wissenschaftliche Begleitung des Projekts statt, um die Wirksamkeit zu überprüfen und die Qualität der Gesundheitsinterviews und Beratungsangebote sicherzustellen. Das Projekt wird im Raum Konstanz und im Raum Karlsruhe von der Universität Konstanz, vivo international e.V. und dem Freundeskreis Asyl Karlsruhe e.V. durchgeführt. Da das Projekt derzeit erprobt wird, ist eine Ausweitung auf andere Kreise und Städte bzw. die Teilnahme weiterer Interessierter zurzeit nicht möglich.
Insgesamt wurden 3,7 Mio. Euro aus Landesmitteln für 2 Jahre zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des vergangenen Jahres beschlossenen Sicherheitspakets wurden jährlich 1,5 Mio. Euro strukturell im Haushalt hinterlegt. Auf dieser Basis finden derzeit Planungen zu einer Weiterführung und ggf. Ausweitung statt.